Regine-Hildebrandt-Preis

Der Regine-Hildebrandt-Preis

Der Regine-Hildebrandt-Preis der Stiftung Solidarität wurde seit 1997 23 Mal in Erinnerung an die erste Preisträgerin Regine Hildebrandt (* 26. April 1941 ; † 26. November 2001) verliehen.

Der Preis der Stiftung Solidarität, wird zukünftig als Stern der Solidarität – Regine-Hildebrandt-Preis – bezeichnet. Ab dem Frühjahr 2024 wird der Preis nach dreijähriger Pause wieder im zweijährigen Rhythmus in Bielefeld verliehen.

Seit 1997 der Oscar der Solidarität

Der Regine-Hildebrandt-Preis ist eine bundesweit begehrte Auszeichnung der Stiftung Solidarität und wurde seit 1997 für herausragendes soziales Engagement im Bereich Arbeitslosigkeit und Armut in Bielefeld vergeben. In Erinnerung an die erste Preisträgerin und spätere Schirmherrin der Stiftung trägt er seit 2002 den Namen »Regine-Hildebrandt-Preis für Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut«, um ihr Engagement und ihre Leistungen zu würdigen und weiterhin ihre Ideale zu fördern.

Ab 2024 wird der Preis als Stern der Solidarität – Regine-Hildebrandt-Preis – bezeichnet.

Der in der Regel mit bis zu 10.000 € dotierte – von der Presse oft als »Oscar der Solidarität bezeichnete Preis«, kommt ausschließlich gemeinnützigen Projekten nach Wahl der Preisträger und Preisträgerinnen zugute.
Der Preis wird jährlich vergeben und richtet sich an Personen, Initiativen oder Organisationen, die sich in besonderer Weise für soziale Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen. Er würdigt innovative Projekte und Aktivitäten, die einen positiven Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen von benachteiligten Menschen leisten. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine unabhängige Jury, die Experten aus den relevanten Bereichen umfasst.

Der Regine-Hildebrandt-Preis ist nicht nur eine Anerkennung für individuelles Engagement, sondern auch ein Ansporn für andere, sich ebenfalls für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Er trägt dazu bei, Bewusstsein für die sozialen Herausforderungen unserer Gesellschaft zu schaffen und ermutigt Menschen, aktiv Verantwortung zu übernehmen und positive Veränderungen herbeizuführen.

Die Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises findet im Rahmen einer festlichen Veranstaltung statt, bei der herausragende Persönlichkeiten, Politiker und Aktivisten zusammenkommen, um die Preisträger zu ehren und ihre inspirierenden Geschichten zu teilen.

Der Regine-Hildebrandt-Preis ist nicht nur eine Anerkennung für individuelles Engagement, sondern auch ein Ansporn für andere, sich ebenfalls für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Er trägt dazu bei, Bewusstsein für die sozialen Herausforderungen unserer Gesellschaft zu schaffen und ermutigt Menschen, aktiv Verantwortung zu übernehmen und positive Veränderungen herbeizuführen.

Regine-Hildebrandt-Preis 2019

Das Kuratorium und der Vorstand der Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut haben den diesjährigen Regine-Hildebrandt-Preis an den Bundesarbeitsminister Hubertus Heil von der SPD und dem Caritasverband Frankfurt vergeben. Der Regine-Hildebrandt-Preis steht in diesem Jahr unter dem Motto: »Vorbildhaftes auszeichnen«. Mit dem Regine-Hildebrandt-Preis 2019 würdigt die Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut herausragendes soziales und gesellschaftspolitisches Engagement für eine solidarische, partnerschaftliche und partizipative Gesellschaft.

Der Preis ist mit insgesamt 10.000 € dotiert und kommt ausschließlich gemeinnützigen Einrichtungen nach Wahl der Preisträger und Preisträgerinnen zugute.

Durch den Regine-Hildebrandt-Preis der Stiftung werden nachahmenswerte Initiativen, Projekte oder vorbildliche Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich im Bereich der Hilfen bei Arbeitslosigkeit und Armut verdient gemacht haben und damit einem Lebensmotto Regine Hildebrandts entsprechen: »Handeln anstatt nur reden.“« Der Preis wird jährlich vergeben.

Preisträger:innen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil
Hubertus Heil, der als erster aktiver Minister seit Namensgeberin Regine Hildebrandt die Aus­zeichnung erhält, hat durch sein Teilhabe-Chancengesetz bedeutende Perspektiven für 150.000 Langzeitarbeitslose ge­schaffen. »Dahinter stehen 150.000 einzelne Schicksale und ihre Familien«, sagte Franz Schaible.

Herr Minister Heil hat sich dazu entschieden, einen Teil des Preisgeldes an die Bielefelder Bahnhofsmission zu spenden. Hierzu hat er noch während der Preisverleihung einen symbolischen Scheck an das Team der Bielefelder Bahnhofsmission unter der Gesamtleitung von Herrn Klaus Daniel von der Diakonie für Bielefeld weitergeleitet.


Caritasverband Frankfurt
Mit dem Projekt »Stromspar-Check« hilft der Verband Menschen in Arbeitslosigkeit oder mit ge­ringem Einkommen nicht nur dabei, Geld einzusparen. Es führt zu sinnvoller Beschäftigung und hilft, den C02-Ver­brauch durch weniger Stromverbrauch zu reduzieren. Beide Preisträger haben ganz im Sinne Hildebrandts entschieden und an der Gerechtigkeitsschraube gedreht und christliche Werte mit Leben gefüllt.

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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2019
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Regine-Hildebrandt-Preis 2018

Das Kuratorium und der Vorstand der Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut haben den diesjährigen Regine-Hildebrandt-Preis an Dunja Hayali, Über den Tellerrand.e.V. und MOZAIK vergeben. Mit dem Regine-Hildebrandt-Preis 2018 würdigt die Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut herausragendes soziales und gesellschaftspolitisches Engagement für eine solidarische, partnerschaftliche und partizipative Gesellschaft.

Der Regine-Hildebrandt-Preis steht in diesem Jahr unter dem Motto: »Wir können uns stundenlang darüber unterhalten, dass in diesem System die Schwächeren untergebuttert  werden, dit nützt jar nüscht – wir müssen wat dagegen tun!«
(Regine Hildebrandt, zitiert nach: Westfälische Nachrichten, Münster, 23. Februar 1993)

Preisträger:innen

Dunja Hayali
Solidarität ist Grundprinzip menschlichen Zusammenlebens. Brüderlichkeit, Gleichheit und gegenseitiger Respekt sind dessen Grundpfeiler. »Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker« (Gioconda Belli). Toleranz, Zivilcourage und ein streitbarer Journalismus sind notwendige Bedingungen dafür. Dunja Hayali verkörpert dies als Mensch und Journalistin.


Über den Tellerrand .e.V.
Solidarität als engagierte Integration in die Gesellschaft und soziale Teilhabe von Menschen mit Fluchterfahrung durch grenzübergreifende Begegnungen und den Austausch auf Augenhöhe zwischen den Kulturen.


MOZAIK (regionaler Förderpreis)
Solidarität durch interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote von Menschen mit Einwande­rungsgeschichte zur beruflichen und sozialen Integration.

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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2018
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Regine-Hildebrandt-Preis 2017

Das Kuratorium und der Vorstand der Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut haben den diesjährigen Regine-Hildebrandt-Preis an den den Verein MUG Berlin und an die Bahnhofsmission Zoologischer Garten Berlin vergeben. In der Begründung der Jury heißt es, dass sich beide Preisträger auf unterschiedlichen Ebenen in beispielhafter Weise mit dem Thema Langzeitarbeitslosigkeit auseinandersetzen. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 € dotiert und kommt ausschließlich gemeinnützigen Einrichtungen nach Wahl der Preisträger zugute.

Mit dem regionalen Förderpreis, der mit 3.000 Euro dotiert ist, wird die Bielefelder Ärztin Barbara Kroll für ihr Projekt Streetmed ausgezeichnet. Dr. Barbara Kroll fährt seit 1996 mit ihrer rollenden Arztpraxis die Plätze an, an denen sie wohnungslose Menschen trifft.

Der Regine-Hildebrandt-Preis steht in diesem Jahr unter dem Motto: »Wir können uns stundenlang darüber unterhalten, dass in diesem System die Schwächeren untergebuttert  werden, dit nützt jar nüscht – wir müssen wat dagegen tun!«

Der Regine-Hildebrandt-Preis wird seit 1997 für herausragendes und beispielhaftes Engagement im Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Armut vergeben. Die öffentliche Preisverleihung findet am Freitag, den 22. April 2016 im Großen Sitzungssaal des Neuen Bielefelder Rathauses statt.

Die öffentliche Preisverleihung fand am Freitag, den 18. Mai 2017 im Großen Sitzungssaal des Neuen Bielefelder Rathauses statt.

Preisträger:innen

Verein MUG Berlin
Der im Februar 1994 von Unternehmen und Einzelpersonen gegründete Verein „MUG Brandenburg e.V.“ hat seine Arbeitsschwerpunkte in den Bereichen Aktivierung und Integration von erwerbsfähigen Hilfebedürftigen in den Arbeitsmarkt, Arbeiten mit besonders benachteiligten Menschen, Aktivitäten im Denkmalschutz sowie Tätigkeiten im Natur- und Artenschutz. Der regionale Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der strukturschwachen Region Uckermark mit einer Arbeitslosenquote von 14,1% (Februar 2017). Fast 70% der Arbeitslosen sind im SGB II Bezug. Durch die Projekte des Vereins wird die Regionalentwicklung positiv begleitet und vielen Menschen wird entsprechend des Vereinscredos »Mit Uns Gelingt’s« das Gefühl gegeben, gebraucht zu werden. Beispielhaft für die Arbeit des Vereins stehen die Projekte »Integrationsbegleitung für Langzeitarbeitslose und Familienbedarfsgemeinschaften« in Templin, Prenzlau, Angermünde und Schwedt. Ziel ist es, die Teilnehmenden durch  zielgerichtete Unterstützung und Begleitung in eine Erwerbstätigkeit oder in Bildung zu integrieren und die soziale Teilhabe zu verbessern.


Bahnhofsmission Zoologischer Garten Berlin

Die Arbeit der Bahnhofsmission Zoologischer Garten konzentriert sich auf die konkrete Unterstützung für Bedürftige – ohne Ansehen der Person, ihrer Herkunft, ihres Alters, ihrer Religionszugehörigkeit oder ihres Aufenthaltsstatus. In beeindruckender Weise werden dabei der freie Wille und die Persönlichkeit der Menschen geachtet und respektiert. Die Mitarbeitenden der Mobilen Einzelfallhilfe führen Menschen, die am Rande des Randes der Gesellschaft stehen, an vorhandene Hilfen des Sozialsystems heran, ohne sie zu bevormunden oder zum Objekt ihrer Fürsorge zu machen. Dieses gelingt vielfach, kann aber auch nur erreicht werden, wenn der Einzelne dazu auch selbstständig in der Lage ist. Obdachlose können nicht zur richtigen Entscheidung gezwungen werden, auch bei der Wahl des Schlafplatzes zählt der freie Wille. Auch wenn der freie Wille heißt, dass der Mensch friert. Die Fürsprecher der Ärmsten Berlins wissen nur allzu gut, dass in Deutschland tatsächlich ein so genanntes »Recht auf Verwahrlosung« besteht.

Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen sie dennoch, konkret in allen Belangen zu helfen. Die Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen bieten Essen, Bekleidung, Schlafsäcke und vor allem ein offenes Ohr. Dieter Puhl, der Leiter der Bahnhofsmission am Zoo, und die Mitarbeitenden der Bahnhofsmission, geben ein Beispiel für konkretes persönliches Engagement für Bedürftige – und treten zugleich ein für einen gesellschaftlichen Umdenkungsprozess, der die Situation der Wohnungslosen wieder stärker in den Blick nimmt. Und das ist bitter nötig: Denn schlimmer als die Gleichgültigkeit ist die wachsende Gewalt. Obdachlose werden vielfach belästigt, verprügelt, oder sogar – wie im Dezember 2016 in Berlin – angezündet. Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe sind seit 1989 über 500 obdachlose Frauen und Männer durch Gewalt auf der Straße ums Leben gekommen.

Streetmed – Aufsuchende Gesundheitsvorsorge
Wer an Ärzte und Mediziner denkt, hat Männer und Frauen in weißen Kitteln in hell erleuchteten Behandlungszimmern mit Patienten in warmen Betten vor Augen. Barbara Kroll ist Ärztin und seit Jahrzehnten eine Institution in Bielefeld, aber ihr Arbeitsalltag ist all dies nicht. Sie kümmert sich um die Menschen, die nicht ins Helle und Warme kommen, die häufig auch nicht von denen »in Weiß« behandelt werden. Barbara Kroll arbeitet für „Streetmed“, eine rollende Arztpraxis, mit der die Allgemeinmedizinerin seit 1996 die Plätze in Bielefeld anfährt, an denen sich wohnungslose Menschen treffen. Ihre Patienten haben meist Suchtprobleme oder sind psychisch krank. Sie leben in Notunterkünften, schlimmstenfalls sogar auf der Straße. Die rollende Arztpraxis bietet die Möglichkeit, die Hemmschwelle, eine Arztpraxis aufzusuchen, zu überbrücken, denn die Praxis kommt hier zum Patienten. Das Fahrzeug ist ausgestattet mit den wichtigsten medizinischen Gegenständen und Arzneimitteln. Außerdem sind Alltagsgegenstände wie Zahnbürsten und frische Wäsche an Bord.

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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2017
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Regine-Hildebrandt-Preis 2016

Das Kuratorium und der Vorstand der Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut haben den diesjährigen Regine-Hildebrandt-Preis an Prof. Dr. Stefan Sell, Hochschule Koblenz und an den Verein „Arbeit und Dritte Welt g.e.V.“, Hildesheim, für das Projekt „Langzeitarbeitslose leisten Entwicklungshilfe“ vergeben.

In der Begründung der Jury heißt es, dass sich beide Preisträger auf unterschiedlichen Ebenen in beispielhafter Weise mit dem Thema Langzeitarbeitslosigkeit auseinandersetzen. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 € dotiert und kommt ausschließlich gemeinnützigen Einrichtungen nach Wahl der Preisträger zugute.

Mit dem regionalen Förderpreis, der mit 3.000 Euro dotiert ist, wird der Verein Profil e.V., Bielefeld, ausgezeichnet, der von Arbeitslosigkeit besonders betroffenen Menschen jenseits der Fördermoden in der Arbeitsmarktpolitik dauerhafte Arbeitsplätze anbietet.

Der Regine-Hildebrandt-Preis steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Lange Arbeit macht manchmal zu schaffen. Immer und viel schwerer zu schaffen macht lange Arbeitslosigkeit. Sie erschöpft nicht bloß für einen Tag, sondern für das ganze Leben.“ Regine Hildebrandt, 28.6.2000.

Trotz neuer Beschäftigungsrekorde waren 37,2% aller Arbeitslosen bzw. über 1 Million Menschen im Jahr 2014 durchschnittlich länger als ein Jahr arbeitslos, 500.000 Menschen sogar mehr als zwei Jahre. Der überwiegende Teil der Langzeitarbeitslosen ist auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Immer weniger Langzeitarbeitslose gelangen in nicht geförderte Beschäftigung. Trotzdem sind die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen reduziert worden. Mit der Schwerpunktsetzung zur Thematik „Langzeitarbeitslosigkeit“ weist die Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut auf das besondere arbeitsmarkt- und sozialpolitische Problem dieser Entwicklung hin. Regine-Hildebrandt-Preis 2016 der Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut in Bielefeld vergeben.

Der Regine-Hildebrandt-Preis wird seit 1997 für herausragendes und beispielhaftes Engagement im Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Armut vergeben. Die öffentliche Preisverleihung findet am Freitag, den 22. April 2016 im Großen Sitzungssaal des Neuen Bielefelder Rathauses statt.

Die öffentliche Preisverleihung fand am Freitag, den 22. April 2016 im Großen Sitzungssaal des Neuen Bielefelder Rathauses statt.

Preisträger:innen

Prof. Dr. Stefan Sell

Prof. Dr. Stefan Sell, Professor für Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften und Direktor des Instituts für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) betreibt aus privatem Antrieb mit außergewöhnlichem sozialpolitischem Engagement den Blog “Aktuelle Sozialpolitik” – www.aktuelle-sozialpolitik.de sowie ergänzend dazudie Facebook-Seite www.facebook.de/ aktuelle.sozialpolitik. Die dort oft tagesaktuell veröffentlichten “Informationen, Analysen und Kommentare aus den Tiefen und Untiefen der Sozialpolitik“ stellen eine Gegenöffentlichkeit dar in einer Medienwelt, die angesichts der Komplexität der Themenstellungen häufig nur oberflächlich recherchiert und vorschnell vorgefertigte Meinungen und Pressemeldungen übernimmt statt selbstständig Themen zu erarbeiten.

So werden z. B. vorschnell in den Raum geworfene Zahlen zu den Kosten der Integration von Geflüchteten oder eine von der Presse eilig übernommene Kritik an Fördermaßnahmen in der Arbeitsmarktpolitik tiefgehend analysiert – und am Ende kommt es dann nicht selten zu einer Korrektur der Bewertung. Für Verbände, JournalistInnen, PolitikerInnen sowie engagierte Initiativen und von Arbeitslosigkeit und Armut Betroffene stellen die von Prof. Dr. Sell veröffentlichten Stellungnahmen eine unverzichtbare Grundlage für die eigene Arbeit dar – sie ermöglichen zeitnah eine fundierte Einschätzung relevanter Themen aus dem Bereich der Sozialpolitik.

Arbeit und Dritte Welt g.e.V.

Der im März 1995 von Hildesheimer Gewerkschaftern gegründete Verein „Arbeit und Dritte Welt e.V.“ bietet Langzeitarbeitslosen ohne Berufsausbildung die Möglichkeit einer Erstausbildung zum Tischler/in, Metallbauer/in oder Bürokauffrau/-mann. In dem Projekt „Langzeitarbeitslose leisten Entwicklungshilfe“ erhalten Langzeitarbeitslose und schwerbehinderte Menschen eine Beschäftigungsmöglichkeit. Gebrauchte Maschinen und Werkzeuge werden gesammelt und falls erforderlich aufbereitet und repariert und Selbsthilfeprojekten in Entwicklungsländern zur Verfügung gestellt.

In diesem Projekt, an dem zur Zeit 34 Langzeitarbeitslose mit Mehraufwandsentschädigung teilnehmen, werden zum einen ursprünglich ausgemusterte Werkzeuge und Maschinen wieder dem Wirtschaftskreislauf in Entwicklungshilfeprojekten zugeführt und zum anderen erhalten die Teilnehmenden durch das Einbringen eigener Kompetenzen und vorhandenen Fachwissens eine Steigerung des Selbstbewusstseins. Seit Gründung des Vereines konnten über 1.000 Menschen in die Arbeitswelt integriert werden.

Profil e.V.

Der Verein Profil e.V. bietet in vorbildlicher Weise Langzeitarbeitslosen neue persönliche und soziale Perspektiven. Der Mitte der 1980er Jahre von engagierten Bürgerinnen und Bürgern mit dem Ziel der Bekämpfung der Jugendberufsnot gegründete Verein hat seine Angebote stetig weiterentwickelt. In mehr als 30 Jahren ist es Profil e.V. gelungen, trotz des wilden Wechsels der sog. Arbeitsmarkt-Instrumente einen eigenen Weg zu finden, die Interessen der beschäftigten Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Blick zu behalten und sich aktiv an der Gestaltung und Entwicklung der Angebote für langzeitarbeitslose Menschen in Bielefeld zu engagieren.

Mit der Gründung der Profil GrünBau GmbH bietet Profil seit 2012 Arbeitsplätze für Mitarbeitende mit und ohne Behinderungen. Das Integrationsunternehmen führt Aufträge im „grünen Bereich“ aus – für Privatkund:innen, für die Stadt Bielefeld und Einrichtungen der Wohlfahrtspflege. Dies ist ein mutiger Schritt, um von Arbeitslosigkeit besonders  betroffenen Menschen jenseits der Fördermoden in der Arbeitsmarktpolitik dauerhafte Arbeitsplätze anbieten zu können. Der Verein Profil e.V. unterstützt das junge Unternehmen auf diesem Weg.

Laudatorin

Als Laudatorin für den Regine-Hildebrandt-Preis konnte die Stiftung Annelie Buntenbach, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes gewinnen.

Motto: „Lange Arbeit macht manchmal zu schaffen. Immer und viel schwerer zu schaffen macht lange Arbeitslosigkeit. Sie erschöpft nicht bloß für einen Tag, sondern für das ganze Leben.“ (Regine Hildebrandt, 28.6.2000)

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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2016

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Regine-Hildebrandt-Preis 2015

Das Kuratorium und der Vorstand der Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut haben den diesjährigen Regine-Hildebrandt-Preis an „KulturLeben Berlin e.V. – Schlüssel zur Kultur e.V.“ und an das Projekt „Max geht in die Oper“ der Bürgerstiftung Halle vergeben.
In der Begründung der Jury heißt es, dass sich beide Preisträger in beispielhafter Weise für die kulturelle Teilhabe von Menschen in Arbeitslosigkeit und Armut einsetzen und diese ermöglichen. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 € dotiert und kommt ausschließlich gemeinnützigen Einrichtungen nach Wahl der Preisträger zugute.

Erstmalig wurde zusätzlich in diesem Jahr ein Regionaler Förderpreis in Höhe von 3.000 € ausgelobt. Damit wird das Alarm Theater e.V. Bielefeld ausgezeichnet, da es gemeinsam mit den betroffenen Menschen ihre prekäre Lebenssituation künstlerisch thematisiert.

Der Regine-Hildebrandt-Preis stand in diesem Jahr unter dem Motto:
„Die Kunst soll nicht nur ein Konfekt für die Tafeln der Großen und Reichen, sie soll eine kraftvolle Speise für alle sein; eine zweite Natur gleichsam, soll sie, wie die Sonne ihren Glanz über Große und Kleine, über Arme und Reiche verbreiten.“
Peter von Cornelius (1783 – 1867), deutscher Maler.

Mit dieser Schwerpunktsetzung verweist die Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut auf die Bedeutung der kulturellen Teilhabe für Menschen mit geringem Einkommen. Passiver Kunstgenuss oder eigene aktive künstlerische Betätigung – fehlendes Geld erschwert den Zugang.

Preisträger:innen

KulturLeben Berlin e.V. – Schlüssel zur Kultur e.V.

KulturLeben Berlin e.V.  setzt sich aktiv für kulturelle Teilhabe ein, indem sie freie Kulturplätze kostenlos an Menschen mit geringem Einkommen vermittelt. Berlin besitzt eine große Vielfalt an kulturellen Angeboten, gleichzeitig leben in der Stadt viele Menschen in Armut und können sich die Eintrittspreise für kulturelle Veranstaltungen selten oder gar nicht leisten. KulturLeben Berlin e.V.  ist ein gemeinnütziges Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, diese Lücke zu schließen. Im Januar 2010 fanden sich engagierte Berlinerinnen und Berliner zusammen, um gemeinsam leere Kulturplätze mit Menschen zu besetzen, die aus finanziellen oder anderen Gründen nicht an Kulturveranstaltungen teilnehmen können. Mittlerweile ist KulturLeben Berlin e.V. Teil einer bundesweiten Bewegung für niedrigschwellige Kulturvermittlung. Die gemeinnützige Initiative fördert kulturelle und soziale Teilhabe an Orten, an denen Menschen sich begegnen – und das sind vor allem kulturelle Räume. Im Jahr 2014 wurden 41.000 freie Kulturplätze von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im persönlichen Einzelgespräch an 12.800 registrierte Gäste vermittelt.


Max geht in die Oper

Immer mehr Kinder und Jugendliche finden nicht den Weg in Museen, Konzerte oder Theateraufführungen. Oft fehlt es an Vorbildern oder scheitert an der finanziellen Lage der Familien. Schulen und Kindereinrichtungen können hier ohne Unterstützung nicht immer ausgleichend wirken. Das Projekt „Max geht in die Oper“ der Bürgerstiftung Halle (Saale) macht es sich daher zur Aufgabe, Kindern frühzeitig mit Hilfe ehrenamtlicher Paten die kulturelle Vielfalt der Stadt Halle nahe zu bringen. Vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass Kinder im Alter von 6-11 Jahren noch besonders offen für neue Erfahrungen sind, werden für die Patenschaften gezielt Schulkinder bis zur 6. Klasse angesprochen.

Um einen aktiven Beitrag zur Chancengleichheit zu leisten, gilt dieses Angebot besonders für Kinder, deren Familien in besonderer Weise auf Unterstützung angewiesen sind. Da in Halle die Bewohner in den Stadtgebieten Südstadt, Silberhöhe und Halle-Neustadt am häufigsten von Armut und Perspektivlosigkeit betroffen sind, werden hier die Kinder für die Kulturpatenschaften in enger Zusammenarbeit mit dort ansässigen Kindereinrichtungen gewonnen.


Alarm Theater e.V.
Das AlarmTheater greift mit seinen Produktionen existenziell wichtige Themen auf und ermöglicht Betroffenen, sich künstlerisch auszudrücken und eine Stimme zu bekommen, die von der Gesellschaft gehört werden kann. Unter der Leitung von Dietlind Budde und Harald Ottoe4w35r Schmid entwickelt das freie Theater jährlich bis zu acht Produktionen für Jugendliche und Erwachsene mit durchschnittlich zwanzig Akteuren.
Darüber hinaus führt das Theater Projekte in Kooperation mit Schulen, Sucht- und Gewaltpräventionsstellen, Integrationsvereinen, Museen, Flüchtlingswohngruppen, dem Mädchentreff etc. durch. Des Weiteren arbeitet das AlarmTheater im Gefängnis mit Inhaftierten und öffnete das Gefängnis für die Öffentlichkeit. Das AlarmTheater befähigt die Menschen, Mut und Visionen zu entwickeln und diese als Botschaft in die Welt zu senden.

Laudatoren

Dr. Ulrich Schneider (Hauptgeschäftsführer Der Paritätische Wohlfahrtsverband – Gesamtverband)
Dr. Udo Witthaus (Stadt Bielefeld Dezernent für Schule, Bürger, Kultur)

Motto: „Die Kunst soll nicht nur ein Konfekt für die Tafeln der Großen und Reichen, sie soll eine kraftvolle Speise für alle sein; eine zweite Natur gleichsam, soll sie, wie die Sonne ihren Glanz über Große und Kleine, über Arme und Reiche verbreiten.“
Peter von Cornelius (1783-1867), deutscher Maler

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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2015

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Regine-Hildebrandt-Preis 2014

„Das dürfen wir uns nicht länger ansehen: Jugend ohne Arbeit ist wie Fußball ohne Tor – sinnloser Zeitvertreib und nicht ungefährlich, auch für die Zuschauer nicht“ (Regine Hildebrandt, 1995). Mit der Wahl ihres Mottos und der Entscheidung für die diesjährigen Preisträger will die Stiftung Solidarität auf das drängende Thema Jugendarbeitslosigkeit hinweisen und Initiativen, die sich dagegen engagiert haben, auszeichnen, sagt Harry Domnik, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung.

So gibt der Preisträger Uwe Hück mit seiner Lernstiftung in Pforzheim benachteiligten Jugendlichen eine Perspektive unter dem Motto „Aus Schwachen Starke machen“. Der Verein BAJ steht beispielhaft für die Qualifizierung Jugendlicher ohne oder mit niedrigem Schulabschluss.

Preisträger:innen

Uwe Hück

Unter ihrem diesjährigen Motto diesem Motto würdigt die Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut das vorbildliche Engagement des Betriebsratsvorsitzenden und stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der Porsche AG Uwe Hück im Blick auf seine erfolgreiche Integrationsarbeit für ausgegrenzte und benachteiligte Jugendliche.


Bielefelder Verein „BAJ e.V.

Mit einem Preisgeld von 10.000 Euro der Bielefelder Verein „BAJ e.V. – Berufliche Ausbildung und Qualifizierung Jugendlicher und Erwachsener“ ausgezeichnet. Überzeugt hat die Jury vor allem der breite Zusammenschluss unterschiedlicher gesellschaftlicher Kräfte im Trägerverein. Diese übergreifende Kooperation und enge Vernetzung sind der Schlüssel für 30 Jahre wegweisende und unbeirrte Initiativen gegen die Jugendberufsnot in Bielefeld. Die Stiftung Solidarität vergibt ihre bundesweit begehrte Auszeichnung seit 1997 nunmehr zum achtzehnten Mal für herausragenden sozialen Einsatz.

Laudator

Karl-Josef Laumann (Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Patientenrechte und Pflege, CDA Bundesvorsitzender)

Motto: „Das dürfen wir uns nicht länger ansehen: Jugend ohne Arbeit ist wie Fussball ohne Tor – sinnloser Zeitvertreib und nicht ungefährlich, auch für die Zuschauer nicht.“ (Regine-Hildebrandt 1995)

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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2014

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Regine-Hildebrandt-Preis 2013

„Familie in ihren guten und schlechten Tagen –sie ist Bestimmungskraft unserer Gesellschaft. Wo sie schwach wird, muss ihr geholfen werden.“ (Regine Hildebrandt, 1994)

Unter diesem Motto würdigt die Stiftung Solidarität das erfolgreiche familienpolitische Engagement Dr. Christine Bergmanns und zeichnet eine der lebendigsten Kinderschutzorganisationen, den Deutschen Kinderschutzbund, aus. Der Preis ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert.

Christine Bergmann gilt zu Recht als Vorreiterin im Kampf um den Anspruch auf einen Krippenplatz. Als Bundesministerin machte sie aus dem Erziehungsurlaub die Elternzeit und führte einen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit ein. Unablässig hat sie auf das veränderte Bild der Familie verwiesen. Deren unterschiedliche Formen, so lautet ihr Ceterum censeo, müssen Anerkennung finden, auch in nichttradierter Gestalt, keine darf stigmatisiert werden. Denn Ungleichbehandlung schwächt die Familie nicht nur in beklagenswerten Einzelfällen, sondern grundsätzlich als wichtige zivilisationssichernde Ursprungsgemeinschaft menschlichen Zusammenlebens.

Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) leistet beispielhafte Lobby- und Unterstützungsarbeit für Kinder.

Mit seinen Beratungsstellen, Kinderschutzzentren und Sorgentelefonen für junge Menschen hat der DKSB ein tragfähiges Unterstützungsnetz für Familien aufgebaut. Der DKSB hat Kindern nicht nur eine starke Stimme verliehen, er bietet ihnen und ihren Familien auch über-zeugende praktische Hilfe und nachhaltig wirksame Unterstützung an.

Die Laudatio hält die ehemalige Justizministerin Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin. Grußworte sprechen Jörg Hildebrandt, Vorstandsmitglied der Stiftung und Ehemann der 2001 verstorbenen Namensgeberin des Preises, sowie Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen. Das musikalische Rahmenprogramm bestreitet die Musik- und Kunstschule Bielefeld.

Die Stiftung Solidarität vergibt ihre bundesweit begehrte Auszeichnung seit 1997 zum siebzehnten Mal für herausragenden sozialen Einsatz. Zu den bisherigen Preisträgern gehören neben Armutsprojekten, Netzwerken für Beschäftigungs- und Arbeitsloseninitiativen wie Tacheles e.V. auch Persönlichkeiten wie Eduard Wörmann, Friedhelm Hengsbach, Christian Führer, Jürgen Borchert, Ulrich Schneider sowie die Politiker Regine Hildebrandt, Heiner Geißler, Ottmar Schreiner, Hans-Jochen Vogel, Marieluise Beck und Rita Süssmuth.

Preisträger:innen

Dr. Christine Bergmann

Von der ersten Stunde an, in der ihr der Zusammenbruch der DDR echte Demokratieteilhabe gewährte, hat sich Christine Bergmann den großen gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen gestellt und ist das Risiko ungewohnter politischer Verantwortungswahrnahme eingegangen – beispielhaft und wie sich nach zwei Jahrzehnten öffentlichen Wirkens erwiesen hat, erfolgreich. Ihr Einsatz nach der Wiedervereinigung hat dabei Ost und West in gleicher Weise gegolten. Die verschiedenen Ämter in gesamtdeutschen Funktionen, zunächst als Bürgermeisterin Berlins und zugleich Senatorin für Arbeit und Frauen, später als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und schließlich als Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, diese und weitere hohe politische Mandate haben ihr die glückliche Chance gegeben, Pflicht und leidenschaftliche Neigung verbinden zu dürfen, nämlich Menschen und Gruppen zu helfen, die ins soziale Hinterfeld geraten sind und deren Stimmen zu schwach sind, um gehört zu werden: vor allem Frauen, Kinder, Jugendliche.

Christine Bergmann gilt zu Recht als Vorreiterin im Kampf um den Anspruch auf einen Krippenplatz. Als Bundesministerin machte sie aus dem Erziehungsurlaub die Elternzeit und führte einen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit ein. Unablässig hat sie auf das veränderte Bild der Familie verwiesen. Deren unterschiedliche Formen, so lautet ihr Ceterum censeo, müssen Anerkennung finden, auch in nicht tradierter Gestalt, keine darf stigmatisiert werden. Denn Ungleichbehandlung schwächt die Familie nicht nur in beklagenswerten Einzelfällen, sondern grundsätzlich als wichtige zivilisationssichernde Ursprungsgemeinschaft menschlichen Zusammenlebens. In Würdigung dieses ihres engagierten und Erfolg verheißenden familienpolitischen Bemühens erkennt die Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut Christine Bergmann den Regine-Hildebrandt-Preis 2013 zu. Die Preisträgerin hat, wie es das Jahresmotto der Stiftung sagt, handelnd und helfend die Einsicht in Deutschland mit erstritten, dass nur eine intakte und anerkannte Familie starke Bestimmungskraft unserer Gesellschaft sein kann.

Deutscher Kinderschutzbund

Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. In über 430 Orts- und Kreisverbänden sowie 16 Landesverbänden leisten 50.000 Einzelmitglieder, 10.000 Ehrenamtliche und 5.000 Hauptamtliche beispielhafte Lobby- und Unterstützungsarbeit für Kinder.

Im Aktionsbündnis Kinderrechte stellte er im letzten Jahr mit UNICEF und dem Deutschen Kinderhilfswerk einen Formulierungsvorschlag zur Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz vor. Wirkung zeigten auch seine Aktionen zur Gewaltprävention oder seine Kampagnen gegen Kinderarmut. So engagiert er sich im Bündnis Kindergrundsicherung oder er forderte auf seinem Kinderschutztag 2012 die Abschaffung des sogenannten Bildungs- und Teilhabepakets und stattdessen die beitragsfreie Verpflegung in Schulen und Kitas, die beitragsfreie zusätzliche Lernförderung in Schulen und den beitragsfreien Zugang zu kulturellen und sportlichen Angeboten. Mit seinen Beratungsstellen hat der Kinderschutzbund ein tragfähiges Unterstützungsnetz für Familien aufgebaut.

„Starke Eltern – Starke Kinder“ heißen seine begehrten Elternkurse zu Fragen der Erziehung und des Familienalltags. Sein Qualitätssiegel für Kinderhäuser „Der Blaue Elefant“ gilt als zukunftsweisend für die Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland. In mittlerweile 26 Kinderschutz-Zentren, davon 11 in eigener Trägerschaft initiiert er Hilfestellung und Präventionsberatung bei körperlicher und seelischer Kindesmisshandlung, Kindesvernachlässigung und sexuellem Missbrauch. Mit seiner Hilfe professionalisierte sich das bundesweit größte telefonische Beratungsangebot für junge Menschen. 2011 haben 3.800 ehrenamtliche Berater und Beraterinnen des Vereins „Nummer gegen Kummer e.V.“ in 88 Telefonberatungsstellen knapp 900.000 Anrufe von Kindern und Jugendlichen entgegengenommen.

Mit dem Regine-Hildebrandt-Preis 2013 zeichnet die Stiftung die älteste und größte Kinderschutzorganisation aus. Der Deutsche Kinderschutzbund hat Kindern nicht nur eine starke Stimme verliehen, er bietet ihnen und ihren Familien auch überzeugende praktische Hilfe und nachhaltig wirksame Unterstützung an.

Laudatorin

Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a. D.)

Motto: „Familie in ihren guten und schlechten Tagen – sie ist Bestimmungskraft unserer Gesellschaft. Wo sie schwach wird, muss ihr geholfen werden.“ (Regine Hildebrandt 1994)

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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2013

Presseartikel

Regine-Hildebrandt-Preis 2012

„Gibt es denn nichts zu tun bei uns? Tausende Aufgaben bleiben auf der Strecke – und mit ihnen viele hunderttausend Menschen.“ So lautete Regine Hildebrandts Plädoyer für die Schaffung eines öffentlich geförderten Beschäftigungssektors im Jahre 2001 (Vortrag in der Stadtkirche Schwabach, 17.10. 2001)

Mit der Wahl ihres diesjährigen Mottos zum Thema öffentlich geförderter Beschäftigung will die Stiftung Solidarität ein Zeichen gegen den zum 1. April 2012 geplanten Kahlschlag der Bundesregierung in der Arbeitsmarktpolitik setzen. „Während Instrumenten wie Eingliederungsleistungen, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder Gründungszuschüssen gestrichen werden sollen bleibt in den Bereichen Umwelt, Soziales, Bildung und Kultur ein Haufen notwendiger Arbeit liegen, weil sich der Markt nicht dafür interessiert, und weil der öffentlichen Hand das Geld dafür fehlt, nachdem sie die Kapital- und Vermögensbesitzer immer stärker aus der Verantwortung entlassen hat“, sagte Jörg Hildebrandt, Ehemann Regine Hildebrandts und Vorstandsmitglied der Stiftung Solidarität, bei der Themenfestlegung.

Im Jahr des 71. Geburtstages (26. April) Regine Hildebrandts sucht die Stiftung Preisträger, die sinnvolle, zukunftsweisende und existenzsichernde Beschäftigungs- und Ausbildungsprojekte verwirklicht haben. Laudator ist der deutsche Sozialpolitiker und ehemalige Botschafter in Israel Rudolf Dreßler. Die bundesweit begehrte Auszeichnung wird seit 1997 für herausragendes soziales Engagement Das Preisgeld in Höhe von 20.000 € kommt gemeinnützigen Projekten nach Wahl der Preisträger zugute. Zu den bisherigen Preisträgern gehören neben Armutsprojekten, Netzwerken für Beschäftigungs- und Arbeitsloseninitiativen oder Filmemachern auch Persönlichkeiten wie Regine Hildebrandt (1997) und Friedhelm Hengsbach (2004) oder Heiner Geißler, Ottmar Schreiner (2005) sowie Hans-Jochen Vogel (2007), Marieluise Beck (2008) und Rita Süßmuth (2010), Christian Führer und Dr. Jürgen Borchert (2011).

Preisträger:innen

Ulrich Schneider

In seinen zahlreichen öffentlichen Auftritten hat Ulrich Schneider den Verband zum Sprachrohr der von Arbeitslosigkeit und Armut Betroffenen gemacht, die selbst in den Medien zu wenig Gehör finden oder sich häufig aus Scham vor ihrer Situation verstecken. Beispielhaft ist sein Mut, immer wieder auf soziale Ungerechtigkeiten in diesem Lande hinzuweisen. Erst unlängst hat der Verband die arbeitsmarktpolitischen Beschlüsse der Bundesregierung als „grob fahrlässige Entscheidungen“ kritisiert. Inzwischen könne nicht einmal mehr die Arbeitslosenversicherung vor Armut schützen, heißt es in einer Presseerklärung zu Jahresbeginn, deshalb müsse die Rücknahme der „Restriktionen der letzten Jahre“ verlangt werden.

Mit zweijährlichen Armutsberichten und zahlreichen anderen Publikationen zu den Themen Armut und Verantwortung des Sozialstaats ist „Der Paritätische“ unter der Leitung seines Hauptgeschäftsführers Ulrich Schneider zum Gradmesser des sozialen Bestandes in dieser Republik geworden. Stets zeit- und wirkungsnah begleitet er die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik von Regierung, Gewerkschaft und Verbänden und entwickelt substanzielle Problemlösungen.

Laudatorinnen und Laudatoren

Rudolf Dreßler (Dt. Sozialpolitiker und ehem. Botschafter in Israel)

Motto: „Gibt es denn nichts zu tun bei uns? Arbeit statt Armut finanzieren!“ (Regine Hildebrandt 2001)

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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2012

Presseartikel

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Regine-Hildebrandt-Preis 2011

„Die da oben? Die da unten? Und wo bin ich? Mittendrin. Nah genug, um den einen auf die Füße zu treten und den andern auf die Füße zu helfen.“ Mit dem Regine-Hildebrandt-Preis für Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut würdigt in diesem Jahr die Bielefelder „Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut“ zwei herausragende Persönlichkeiten, die im Sinne des o.g. Jahresmottos unserer Preisverleihung vorbildlich gewirkt haben:

1. Pfarrer Christian Führer
2. Sozialrichter Dr. Jürgen Borchert

Preisträger:innen

Sozialrichter Dr. Jürgen Borchert

Der Vorsitzende Richter beim Hessischen Sozialgericht, Dr. Jürgen Borchert, hat Sozialgeschichte geschrieben, indem er zur Fortbildung des Sozialrechtes durch verfassungsrechtliche Vorlagen wesentlich beitrug. Er gilt als ausgewiesener Sozialexperte im Bereich Familienpolitik und hat mit seiner Klageschrift maßgeblich dazu beigetragen, dass vom Bundesverfassungsgericht die Verfassungsmäßigkeit des Hartz-IV-Regelsatzes, den das Bundessozialgericht bestätigt hatte, überprüft werden musste.

Er ging mit den meisten sozialpolitischen Experten davon aus, dass das Existenzminimum zu niedrig angesetzt worden sei. – Das Verfassungsgericht urteilte (9.2.2010), dass Hartz IV ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sei und forderte den Gesetzgeber auf, das Gesetz völlig neu zu fassen und die Armutsgrenze in Deutschland neu zu beschreiben. Das Urteil hat gewaltige Auswirkungen – auf das gesamte Recht der Sozialleistungen, aber auch auf das Steuerrecht.

Der Darmstädter Richter hatte schon früher mutig Verfassungsbeschwerden angestoßen:
Die eine führte 7.2.1992 zum „Trümmerfrauenurteil“, mit dem das Verfassungsgericht die Politik verpflichtete, die Benachteiligung von Eltern mehrerer Kinder gegenüber Kinderlosen in der Rentenversicherung aufzuheben. Seitdem werden Zeiten der Kindererziehung bei den Renten berücksichtigt.

Die andere Verfassungsbeschwerde führte zum „Pflegeurteil“: Das Bundesverfassungs-gericht stellte im April 2001 fest, dass die Finanzierung der Pflegeversicherung grundgesetzwidrig ist, weil sie die Erziehung von Kindern bei der Beitragshöhe nicht berücksichtigt, und forderte den Gesetzgeber auf, Familien in der Pflegeversicherung zu entlasten.

Durch seine Anstöße trug Jürgen Borchert dazu bei, dass das deutsche Renten- und Sozialsystem familiengerechter gestaltet wurde.

Pfarrer Christian Führer

Pfarrer Christian Führer steht dem solidarischen Wirken der Namensgeberin beeindruckend nahe – einem Wirken, das sich unbeirrbar der Verantwortung verpflichtet weíß, Sorge zu tragen für das Leben eines jeden in Freiheit und Gerechtigkeit ohne soziale, gesellschaftliche oder politische Entwürdigung.

So setzte er die Leipziger Montagsgebete, die vielen tausenden beunruhigten DDR-Bürgern Kraft und Sicherheit vermittelt haben, über die Wendezeit zu nunmehr gesamtdeutschen Missständen Rechtsextremismus, Ungleichbehandlung der Frauen, Generationenkonflikt, Erwerbslosigkeit, Hartz-IV-Notlagen, Terrorismus fort. Sein Preisgeld in Höhe von 10.000 € geht an die Kirchliche Erwerbsloseninitiative (www.ke-leipzig.de) und an die Stiftung Friedliche Revolution (www.stiftung-fr.de) in Leipzig.

Laudatorinnen und Laudatoren

Dr. Wolfgang Thierse (Vizepräsident des Deutschen Bundestages)

Motto: „Die da oben? Die da unten? Und wo bin ich? Mittendrin. Nah genug, um den einen auf die Füße zu treten und den anderen auf die Füße zu helfen.“ (Regine Hildebrandt 1993)

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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2011

Presseartikel

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Regine-Hildebrandt-Preis 2010

»Ein Alltag ohne soziale Demütigung – das ist das Grundrecht aller, ausnahmslos.« (Regine Hildebrandt, 1998) Unter diesem Motto geht der mit 30.000 € dotierte Regine-Hildebrandt-Preis der Stiftung Solidarität zu gleichen Teilen an Prof. Dr. Rita Süssmuth, sowie die Vereine Tacheles e.V. und Gemeinsam gegen Kälte e.V. Die Stiftung Solidarität vergibt ihren Preis zum vierzehnten Mal.

Die Laudatio hält Regine Hildebrandts langjähriger politischer Weggefährte, der ehemalige Bundesminister und brandenburgische Ministerpräsident Dr. Manfred Stolpe.

Pit Clausen, Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld und Jörg Hildebrand, Ehemann der 2001 verstorbenen Politikerin, überbringen Grußworte. Das musikalische Rahmenprogramm bestreiten Alexander Dohna (Cello) und Johannes Vetter (Klavier) von der Bielefelder Musik- und Kunstschule.

In dem von der EU für 2010 proklamierten ‚Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung’ soll unsere öffentliche Preisverleihung den Blick auf die notwendige Integration und gesellschaftliche Teilhabe armer und sozial ausgegrenzter Menschen lenken.

Preisträger:innen

Professorin Dr. Rita Süssmuth

Frau Süssmuth hat sich immer wieder mit allerhöchster Intensität sozialpolitischen Verantwortungen zugewandt. Der Preis würdigt insbesondere ihren beherzten Einsatz für Migration, Integration und Ausländerrecht, ihr unerbittliches Engagement gegen jedwede Geschlechterdiskriminierung und ihre überaus streitbare und deshalb besonders glaubwürdige Haltung bei der Bewahrung wohlfahrtstaatlicher Grundprinzipien.


Tacheles e.V.

Der Preis an Tacheles e.V. zeichnet die Sozialberatung eines Stadtteilzentrums aus, das sich mit seiner Leuchtkraft weit über Wuppertal hinaus zu einem unentbehrlichen nationalen Netzwerk für Betroffene, für Beratungseinrichtungen und Selbsthilfegruppen entwickelt hat.


Gemeinsam gegen Kälte e.V.

Der von dem international gefeierten Cellisten Thomas Beckmann ins Leben gerufene Verein gegen Kälte e.V. hat sich mit der Hilfe für Arme und Obdachlose in über 100 Städten verdient gemacht und dafür seit 1993 in 500 Benefizkonzerten ca. 1,5 Millionen Euro eingespielt.

Laudatorinnen und Laudatoren

Dr. Manfred Stolpe (ehem. Bundesminister und Ministerpräsident a. D.)

Motto: „Ein Alltag ohne soziale Demütigung – das ist Grundrecht aller ausnahmslos.“ (Regine-Hildebrandt 1998)

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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2010
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Regine-Hildebrandt-Preis 2009

„Armut im Alter – unser aller Armutszeugnis.“ – ein Wort Regine Hildebrandt aus dem Jahr 1997 ist ein Jahresmotto.

„Denn arm dran ist, wer auf den Lebensreichtum der Alten pfeift, wer sie leer ausgehen lässt und ihre Leistungen, ihre Erfahrungen achtlos beiseiteschiebt,“ sagte die 2001 verstorbene Politikerin. Vorschläge und Bewerbungen zur Preisverleihung im Themenbereich Altersarmut nimmt die Stiftung bis zum 31. Januar 2009 entgegen.

Die bundesweit begehrte Auszeichnung wird seit 1997 für herausragendes soziales Engagement vergeben und trägt in Erinnerung an seine erste Preisträgerin und die spätere Schirmherrin der Stiftung seit 2002 den Namen „Regine-Hildebrandt-Preis für Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut“.

Das Preisgeld in Höhe von 20.000 € kommt gemeinnützigen Projekten nach Wahl der Preisträger zugute.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören neben Armutsprojekten, Netzwerken für Beschäftigungs- und Arbeitsloseninitiativen auch Persönlichkeiten wie Regine Hildebrandt (1997) und Friedhelm Hengsbach (2004) oder Heiner Geißler, Ottmar Schreiner (2005) sowie Hans-Jochen Vogel (2007) und Marieluise Beck (2008).

Im Vorstand wirkt der Ehemann Regine Hildebrandts, Jörg Hildebrandt, mit. Anlässlich ihres 68. Geburtstages (26. April) wird die öffentliche Preisverleihung am Freitag, 24. April 2009, im Bielefelder Rathaussaal stattfinden.

Preisträger:innen

Carsten Rau & Hauke Wendler

Die Filmemacher Carsten Rau und Hauke Wendler von der Hamburger TV-Produktionsgesellschaft „Pier 53“ erhalten die Auszeichnung für ihre Halbstunden-Reportage „Arm und alt – Wenn die Rente nicht reicht“, eine Dokumentation, die 2008 für die ARD-exklusiv gedreht und wegen großer Zuschauerresonanz inzwischen mehrfach im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt worden ist.

Der Film zählt zu jenen wünschenswerten, doch viel zu seltenen Sozialreportagen, die Unbehaglichkeit zumuten und auf Anhieb nachdenklich stimmen. Carsten Rau und Hauke Wendler mit ihrem Team ist es gelungen, höchst schlichte, keineswegs ungewöhnliche Fallbeispiele drohender oder längst vollzogener Altersarmut ins Bild zu bringen.

Laudatorinnen und Laudatoren

Heide Simonis (Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein a. D.)

Motto: „Armut im Alter – unser aller Armutszeugnis.“ (Regine-Hildebrandt 1997)

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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2009

Presseartikel

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Regine-Hildebrandt-Preis 2008

„Zu Hause ist überall! Auch bei uns.“

Preisträger:innen

Marieluise Beck

Die Grünen-Politikerin Marieluise Beck hat sich als Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration in den Jahren 1998-2005 große Verdienste um die Integration von Ausländern erworben. Ihr vor allem ist es zu danken, dass in dem vom Bundestag 2005 beschlossenen Zuwanderungsgesetz erstmals Maßnahmen zur soziokulturellen Einbeziehung der in Deutschland lebenden Zuwanderer verbindlich festgeschrieben wurden.

Als Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hat sich Marieluise Beck in den Jahren 1998-2005 große Verdienste um die Integration von Zuwanderern erworben. Unter ihrer Mitwirkung wurde erstmals anerkannt, dass in der Vergangenheit ein unumkehrbarer Zuwanderungsprozess stattgefunden hat. „Multikulturalität ist eine Tatsache, Integration ist eine Aufgabe“ – aus dieser Überzeugung heraus forderte sie eine Anerkennung von Integrationspolitik als Gesellschaftspolitik, die alle Lebensbereiche erfasst und als Querschnittsaufgabe verstanden werden muss.

Auch durch ihren Einsatz wurde diese Erkenntnis durch das neue Staatsbürgerschaftsrecht, das 2001 in Kraft trat, in praktisches Handeln umgesetzt. Ihr vor allem ist es auch zu danken, dass in dem vom Bundestag 2005 beschlossenen Zuwanderungsgesetz erstmalig Maßnahmen zur soziokulturellen Einbeziehung der in Deutschland lebenden Zuwanderer verbindlich festgeschrieben wurden. Geehrt wird auch ihr persönliches Engagement. Angesichts der Kriege auf dem Balkan war sie Mitinitiatorin der parteiübergreifenden Initiative „Frauen helfen Frauen“, die sich um traumatisierte Frauen aus kroatischen und bosnischen Kriegsgebieten kümmerte und aus der die Bosnienhilfsorganisation „Brücke der Hoffnung“ entstand.

Internationales Begegnungszentrum „Friedenshaus“ (IBZ) in Bielefeld

Seit 25 Jahren ist das IBZ Motor und Impulsgeber für die örtliche Integrationsarbeit. Es ist ein Dach für mehr als 20 Migrantenvereine und -selbstorganisationen. Sprach- und Kreativkurse schaffen Zugänge zu eingewanderten Menschen deren Kulturen und Weltanschauungen. Die IBZ-Kantine ist ein lebendiger Ort des Austausches und der Begegnung. Selbstorganisation und Mitarbeiterbeteiligung werden groß geschrieben. Im IBZ entstand hier das erste bundesweite Anti-Diskriminierungsbüro nach niederländischem Vorbild. Mit dem bundesweit beachteten „Bielefelder Appell“ engagiert sich das IBZ 1990 gegen geplante Einschränkungen der rechtlichen Situation von MigrantInnen.

Seit seiner Gründung vor mehr als 25 Jahren ist das IBZ Friedenshaus ein wichtiger Motor und Impulsgeber für eine wohlverstandene Integrationsarbeit vor Ort. Ganz selbstverständlich haben die Mitarbeiter/innen des IBZ die Zwangslagen der Zuwander/innen und Flüchtlinge zu ihrer eigenen Sache gemacht. Völker verständigung, Toleranz und friedliches Zusammenleben, Gleichberechtigung und Chancengleichheit der Menschen verschiedener Herkunft sind die Leitziele ihres gemeinsamen Engagements. Das IBZ ist ein Dach für mehr als 20 Migrantenvereine und –selbstorganisationen.

Mit vielen Kulturveranstaltungen eröffnet es Zugänge zu eingewanderten Menschen, ihren Kulturen und Weltanschauungen. Zahlreiche Sprach- und Kreativkurse sowie kontinuierliche Weiterbildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bieten ganz konkrete Hilfestellung zur Integration in die Mehrheitsgesellschaft.Dem dienen auch die Erst- und Sozialberatung für Migrantinnen und Migranten. Die Kantine ist ein lebendiger Ort des Austauschs und der Begegnung. Das IBZ ist noch immer ein selbstorganisierter Verein, bei dem die Beteiligungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Vereinsmitglieder großgeschrieben wird. Das IBZ war immer wieder eine innovative Ideenschmiede. So entstand hier das bundesweit erste Anti-Diskriminierungsbüro nach niederländischem Vorbild, mit dem bundesweit beachteten „Bielefelder Appell“ engagierte sich das IBZ 1990 gegen geplante Einschränkungen der rechtlichen Situation von Migrantinnen und Migranten. Vor Ort initiierte das IBZ zahlreiche Aktivitäten gegen alltägliche wie institutionelle Diskriminierung.

Die Stiftung ehrt das IBZ Friedenshaus Bielefeld in Anerkennung seiner über 25-jährigen beispielgebenden engagierten und gelungenen Integrationsarbeit vor Ort und weit darüber hinaus.

Laudatorinnen und Laudatoren

Dr. Manfred Stolpe (Bundesminister und Ministerpräsident Brandenburg a. D.)

Motto: „Zu Hause ist überall! Auch bei uns.“ (Regine-Hildebrandt)

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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2008
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Regine-Hildebrandt-Preis 2007

Preisträger:innen

Dr. Hans-Jochen Vogel

Die Stiftung Solidarität ehrt einen nachdrücklichen Mahner für soziale Gerechtigkeit. Im Vereinigungsprozess leistete er visionäre Gesetzesarbeit und setzte sich für direkte Bürgerbeteiligung und die Aufnahme der Frauenförderung sowie des Diskriminierungsverbotes für Behinderte als Staatziele ins Grundgesetz ein.

Dr. Hans-Jochen Vogel lässt sein Preisgeld zu gleichen Teilen dem Verein für Frauen und Familie Charisma e.V. in Rostock und dem Frauenzentrum Cottbus e.V. zu kommen. 10.000 €


BISS – Bürger in sozialen Schwierigkeiten (München)

Mit der Münchener Straßenzeitung BISS zeichnet die Stiftung das älteste deutsche Obdachlosenprojekt dieser Art aus. Die BISS schafft seit 1998 erfolgreich unbefristete sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für arme, obdachlose und arbeitslose Menschen. Menschen, die von der Gesellschaft oftmals schon „abgeschrieben“ sind, bekommen dadurch eine neue Lebensperspektive. Das Preisgeld kommt dem jüngsten Projekt des Vereins zugute. Er will das alte Münchener Frauengefängnis erwerben und zu einem Sternehotel umbauen. 40 jüngere Menschen in sozialen Schwierigkeiten sollen eine umfassende Ausbildung erhalten. Den Preis nimmt die langjährige Geschäftsführerin des Vereins Hildegard Denninger entgegen. 10.000 €

Laudator

Hubertus Heil (Bundesgeschäftsführer der SPD)

Motto: „Überzeugung, Teilnahme, Mitwirkung.“ (Karl-Freiherr vom Stein, 1757 – 1831)

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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2007
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Regine-Hildebrandt-Preis 2006

„Solidarität heute: Voller Einsatz – nicht leeres Wort“

Preisträger:innen

Neue Arbeit Chemnitz e.V.

Der Ursprung der Neuen Arbeit Chemnitz geht zurück auf eine Initiative der IG Metall, die Anfang der 90er Jahre den von Massenentlassungen Betroffenen mit sozialer Beratung und Begleitung zur Seite stand. Heute schafft der Verein mit einfallsreichen Projektideen öffentlich geförderte Beschäftigung und ist mit seinen Stadtteilbüros und Bürgerhäusern zum unentbehrlichen Bestandteil der Gemeinwesenarbeit in der Stadt Chemnitz geworden. Damals wie heute beeindruckt seine engagierte Lobbyarbeit für Erwerbslose, Geringverdienende und von Ausgrenzung bedrohte Menschen.10.000 €


Der Förderverein gewerkschaftliche Arbeitslosenarbeit e.V.

wurde 1986 von arbeitslosen GewerkschafterInnen gegründet. Mit seiner Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen (KOS) hat er erfolgreich die Beteiligung Erwerbsloser in den Gewerkschaften vorangetrieben und ein Scharnier zwischen Erwerbsloseninitiativen und Gewerkschaften geschaffen. Darüber hinaus ist die KOS zu einem wichtigen Knotenpunkt im Netz der sozialen Bewegungen geworden. Mit beispielhaftem Einsatz hat das Netzwerk entscheidende Verbindungen geknüpft und zum gemeinsamen Handeln angestiftet.10.000 €

Laudatorin

Ingrid Sehrbrock (deutsche Gewerkschaftsfunktionärin und ehem. stellvertretende DGB-Vorsitzende)

Motto: „Solidarität heute: Voller Einsatz – nicht leeres Wort.“

Reden
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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2006
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Regine-Hildebrandt-Preis 2005

„Des Menschen Würde ist in eure Hand gegeben.“ (Schiller)

Preisträger

Dr. Heiner Geißler

Die couragierten Sozialpolitiker beider großer Volksparteien haben gegen Vorbehalte und Vorurteile in ihren Parteien klar Position bezogen und die Diskussion um die soziale Frage oder die Belange von Arbeitnehmern belebt und geprägt. Dr. Heiner Geisler (www.heiner-geissler.de) stellt sein Preisgeld dem Stipendienfonds des Kollegs St. Blasien zur Förderung von Kindern arbeitsloser Eltern zur Verfügung (www.kolleg-st-blasien.de/). Insbesondere bei der Konzipierung und Verabschiedung der Agenda 2010 haben die Preis-träger 2005 auf Fehlentwicklungen hingewiesen. 10.000 €


Ottmar Schreiner, MdB

Damit haben sie sich wider den neoliberalen Zeitgeist überzeugend dafür eingesetzt, die Würde von arbeitslosen Menschen zu bewahren. (www.spd-saar.de/?ottmarschreiner) Ottmar Schreiner gibt sein Preisgeld zu gleichen Teilen an die Wohnungslosenhilfe OASE in Saarlouis (www.cv-mannheim. caritas.de/4712.html) und an das Kinder und Jugendprojekt DIE ARCHE in Berlin-Hellersdorf (www.kinderprojekt-arche.de/) weiter. 10.000 €

Laudator

Dr. Norbert Blüm (Bundesminister a. D.)

Motto: „Des Menschen Würde ist in eure Hand gegeben.“ (Friedrich Schiller, 1788)

Reden
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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2005
Fotos

Regine-Hildebrandt-Preis 2004

„Solidarität – der Stärkere trage des Schwächeren Last.“

Preisträger:innen

Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ

Zukunft der Arbeit, solidarische Globalisierung und Frauenbefreiung sind die Themen mit denen der führende und heute wohl bekannteste Vertreter der christlichen Soziallehre jeden Streit mit den Mächtigen in Politik, Wirtschaft und Kirche in Kauf nimmt. Auch bei der Einführung des Arbeitslosengeldes II war seine kritische Stimme deutlich vernehmbar. Das Preisgeld kommt dem von ihm geleiteten Oswald von Nell-Breuning-Institut zu Gute.


Volksverein Mönchengladbach

Die gemeinnützige Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit mbH wurde in den achtziger Jahren während der Strukturkrise der Textilindustrie in Mönchengladbach unter Federführung von Pfarrer Edmund Erlemann gegründet. Unter dem Slogan „teilen macht reich“ finanzieren heute mehr als 2000 Menschen und Organisationen Bildungs-, Beratungs- und Beschäftigungsmaßnahmen für Erwerbslose in der Region.

Laudator

Dr. Reinhard Höppner (Ministerpräsident a.D. des Landes Sachsen-Anhalt)

Motto: „Der Stärkere trage des Schwächeren Last.“

Reden
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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2004
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Regine-Hildebrandt-Preis 2003

„Betroffene Beteiligen.“

Preisträger:innen

Erika Biehn, BAG-SHI e.V.

Angesichts tiefer Einschnitte in das soziale Sicherungssystem bleibt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Sozialhilfeinitiativen e.V. ein unverzichtbares Sprachrohr der Bevölkerungsgruppe, die von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen ist. Das Preisgeld nimmt die langjährige Vorsitzende des bundesweiten Netzwerkes Erika Biehn entgegen.


Pastor Eduard Wörmann

Der unbequeme Mahner gegenüber Politik, Kirche und Gesellschaft wird für sein Engagement und seine Parteinahme für Arbeitslose u.a. in seiner Funktion als Arbeitslosenbeauftragter der Evangelischen Kirche Deutschlands in den Jahren 1990 bis 1995 gewürdigt. Das Preisgeld leitet er an die Kirchliche Erwerbsloseninitiative in Zschopau und SEN: Qualifikation und Arbeit für Jugendliche und Erwachsene e. V. in Soest weiter.

Laudator

Walter Haas (Vorsitzender des DGB-Bezirks NRW)

Motto: „Betroffene Beteiligen.“

Reden
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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2003

Regine-Hildebrandt-Preis 2002

„Vorbildhafte Netzwerke.“

Preisträger:innen

Erwerbslosenbeirat Mecklenburg-Vorpommern

Erwerbslosenbeirat Mecklenburg-Vorpommern Erwerbslosenbeirat ist eine soziale Erfindung der Arbeitslosenprojekte in Mecklenburg Vorpommern. Die Stiftung honoriert die Pflege eines regelmäßigen Informations- und Erfahrungsaustauschs und den gelungenen Dialog mit Politikern und Verwaltungsleitern. Er hat Bedürfnisse und Interessen von Arbeitslosen Entscheidungsträgern in Politik und Gesellschaft näher gebrach.


Hans Gerhard Dohle, Essener Konsens

Der Direktor des Arbeitsamts Essen hat das Bündnis „Essener Konsens“ ins Leben gerufen, um sinnvolle praxisnahe Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für arbeitslose Menschen zu organisieren. Sein Preisgeld stellt er der Deutsch-Polnischen Jugendfabrik BBW in Frankfurt/O und dem Migrationsprojekt einer Essener Hauptschule zur Verfügung.

Laudatorin

Dr. Ursula Engelen-Kefer (stellv. Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftbundes)

Motto: „Vorbildhafte Netzwerke.“

Reden
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Aufzeichnung der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2002
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Regine-Hildebrandt-Preis 2001

Förderpreis der Solidarität 2001

Preisträger:innen

Arbeitslosen-Telefonhilfe e.V.

Die Auszeichnung des Projekts nimmt der Geschäftsführer Rolf Döring entgegen. Glanzpunkt der beruflichen Integrationsarbeit für Zielgruppen des Arbeitsmarktes ist die seit 1983 betriebene kostenlose und mehrsprachige Telefonberatung für Arbeitslose (34.000 Beratungen allein im Jahre 2000). Das ganzheitliche Beratungskonzept gibt eine passgenaue Unterstützung für differenzierte persönliche Lebenslagen.


Olaf Sund

Der Direktor des Arbeitsamts Essen hat das Bündnis „Essener Konsens“ ins Leben gerufen, um sinnvolle praxisnahe Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für arbeitslose Menschen zu organisieren. Sein Preisgeld stellt er der Deutsch-Polnischen Jugendfabrik BBW in Frankfurt/O und dem Migrationsprojekt einer Essener Hauptschule zur Verfügung.

Laudator

Dr. Johannes Kramer (Sozial- und Krankenhausdezernent /Stadtdirektor)

Reden
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Regine-Hildebrandt-Preis 2000

Förderpreis der Solidarität 2000

Preisträger:innen

Dau wat e.V.

Für die gewerkschaftliche Arbeitsloseninitiative Dau wat e.V. in Rostock nimmt Doris Lams den Preis entgegen. Die Organisation überzeugte die Stiftung durch ihre vielfältigen Ansätze in der Erwerbslosen- und Selbsthilfe- und Wohngebietsarbeit, die auch Familien, Kinder und Jugendliche, Senioren und Ausländer erreicht.


Bischof Dr. Hermann Josef Spital

Am 1. Mai 1983 gründete Bischof Dr. Hermann Josef Spital im Bistum Trier die „Aktion Arbeit“. In den ersten 15 Jahren ihres Bestehens konnte sie über 10,5 Millionen an Spendengeldern mobilisieren, um damit Maßnahmen mit Arbeitslosen zu fördern. 

Laudator

Dr. Michael Vesper (stellv. Ministerpräsident des Landes NRW)

Reden und Presseberichte
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Regine-Hildebrandt-Preis 1999

Förderpreis der Solidarität 1999

Preisträger:innen

Widerspruch e.V.

Als Schirmherrin der Stiftung Solidarität würdigt Regine Hildebrandt den Verein Widerspruch e.V. Die Sozialberatung in Bielefeld wird für ihre Vorreiterrolle für Sozialhilfeinitiativen in anderen Städten Deutschlands ausgezeichnet. Ihre Mitglieder setzen sich fast ausschließlich ehrenamtlich dafür ein, in Not geratenen Menschen praktisch zu helfen.

Laudatorin

Dr. Regine Hildebrandt (Ministerin für Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg) 

Reden und Presseberichte
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Regine-Hildebrandt-Preis 1998

Förderpreis der Solidarität 1998

Preisträgerin

Claire Villiers

Frau Claire Villiers vertritt den „Agire contre le chomage“, AC! (Gemeinsam handeln gegen Arbeitslosigkeit) in Paris. Mit 40.000 DM werden die Aufsehen erregenden Protestaktionen dieses nationalen Netzwerkes französischer Arbeitsloseninitiativen für mehr Arbeitsplätze und für die Verbesserung der materiellen Situation Arbeitsloser unterstützt.

Laudatorin

Angelika Dopheide (Oberbürgermeisterin der Stadt Bielefeld)

Reden und Presseberichte
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Regine-Hildebrandt-Preis 1997

Förderpreis der Solidarität 1997

Preisträgerin

Dr. Regine Hildebrandt

Frau Dr. Regine Hildebrandt († 26.11.2001) ist die erste Preisträgerin des „Förderpreises der Solidarität“. Sie wird als Mensch und Politikerin mit Herz und außergewöhnlichem Engagement im Dienste benachteiligter Menschen gewürdigt. Das Preisgeld leitet sie an die Theaterinitiative „von Behinderten für Behinderte“ in Cottbus weiter.

Laudatorin

Angelika Dopheide (Oberbürgermeisterin der Stadt Bielefeld)

Reden und Presseberichte
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