Stärkungspakt NRW – Kreis Herford

Stärkungspakt NRW: Bisher über eine halbe Millionen Euro gegen Armut im Kreisgebiet Herford bereitgestellt – über 7.500 Menschen (SolidarPässe) haben schon Hilfen beantragt – ab sofort zentrale Ausgabestelle in Herford – Kreis Herford stellt weiteres Budget für Einzelfallhilfen aus Mitteln des Stärkungspakts NRW zur Verfügung

Von:

min read

Teilen

Stärkungspakt-NRW Kreis Herford – Franz Schaible (l.), Gründer der „Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut“ mit Kreis-Dezernent Norbert Burmann (r.)

Stärkungspakt NRW: Bisher über eine halbe Millionen Euro gegen Armut im Kreisgebiet Herford bereitgestellt – über 7.500 Menschen (SolidarPässe) haben schon Hilfen beantragt – ab sofort zentrale Ausgabestelle in Herford – Kreis Herford stellt weiteres Budget für Einzelfallhilfen aus Mitteln des Stärkungspakts NRW zur Verfügung

Kreis Herford. Im Kreis Herford werden seit August und September in den neun (kreisangehörigen) Städten und Gemeinden die Mittel aus dem Stärkungspakt NRW „Gemeinsam gegen Armut“ für Personen mit geringem Einkommen ausgeschüttet. Insgesamt stehen im Kreis Herford über den Stärkungspakt NRW 1,4 Mio. € zur Verfügung. – ein Großteil davon wird als Einzelfallhilfe direkt an Menschen verteilt, die Hilfe am dringendsten benötigen. Berechtigt sind die Empfänger*innen von Transferleistungen wie Bürgergeld, Wohngeld, Grundsicherung, Sozialhilfe oder Asylleistungen. 

Über den Stärkungspakt NRW können im Kreisgebiet nebenEinkaufsgutscheinen für Lebensmittel in Höhe von 20 € pro Haushaltsmitglied auch entwederein Zuschuss in Höhe von 300 € für ein neues energiesparendes Haushaltsgerät (Kühlschrank, Herd oder Waschmaschine) oder 100 bis 150 € als Unterstützung bei Stromschulden (je nach Haushaltsgröße) beantragt werden. 

Zwischenbilanz: Bisher über eine halbe Million Euro für Härtefälle  

Die Verteilung der Gelder über die Einzelfallhilfe übernimmt im Auftrag des Kreises und der kreisangehörigen Kommunen die Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut. Sie hat für alle 9 Kommunen eine unbürokratische, schnelle und gerechte Verteilung der verfügbaren Landesmittel organisiert. 

Bisher wurden im Kreisgebiet über die Stiftung Mittel im Wert von über 550.000 € an über 7.500 Menschen weitergegeben oder beantragt – über die Hälfte des Budgets für Einzelfallhilfen ist damit bereits verplant.

Aktuell (Ende September) sind im Kreisgebiet über 1.300 Gutscheine (rd. 400.000 €) für energiesparsame Haushaltsgeräte beantragt, über 7.000 (140.000 €) Lebensmittel-Gutscheine eingelöst und über 120 Rechnungen (rd. 14.000 €) von Stromschulden überwiesen worden. 

Haushaltsgeräte-Gutscheine besonders beliebt

In vielen Kommunen sind die Budgets für die Gutscheine für die energiesparsamen Haushaltsgeräte bereits ausgeschöpft – über eine Wartelistenregelung können jedoch noch Antragsteller*innen nachrücken, wenn bereits vergebene Gutscheine nicht eingelöst wurden. In Herford und Hiddenhausen sind die Mittel für die Haushaltsgeräte-Gutscheine ganz erschöpft. Nur in Löhne, Bünde und Spenge werden die 300 €-Gutscheine noch ohne Warteliste vergeben.

Für Berechtigte aus allen Kommunen stehen bei Bedarf noch reichlich Lebensmittel-Gutscheine zur Verfügung und für die meisten auch die Hilfen bei Stromschulden. 

Vor dem Hintergrund der großen Nachfrage wird der Kreis Herford, der ebenso wie die kreisangehörigen Kommunen Unterstützungsleistungen aus dem Stärkungspakt vom Land NRW erhalten hat, nun ebenfalls Mittel für die Einzelfallhilfen bereitstellen, um damit den Umfang der Hilfen zu erhöhen. 

Für Ende November/Anfang Dezember wird mit der Stiftung Solidarität daneben noch eine gesonderte Weihnachts-, bzw. Winterhilfe-Aktion geplant. 

Der Sozialdezernent Norbert Burmann des Kreises Herford hält die Mittel aus dem Stärkungspakt für ungemein wichtig: „Wir freuen uns sehr, dass bei uns im Kreis Herford die individuellen Hilfen aus dem landesweiten Stärkungspakt verteilt werden. Denn aufgrund der hohen Preise für Energie und Lebensmittel sorgen sich viele Menschen, vor allem mit geringem Einkommen, um die Sicherung ihres täglichen Bedarfs. Das sind ganz reale Ängste, die wir auch ernst nehmen.

Mit den Einzelfallhilfen landet die Hilfe landet dort, wo sie gebraucht wird. Und die Zwischenbilanz zeigt uns: Die Hilfe wird dringend gebraucht. Ich möchte mich bei der Stiftung Solidarität bedanken, die die Verteilung der Mittel bei uns im Kreis so schnell und niedrigschwellig umsetzt“.

Ab sofort zentrale Ausgabestelle in Herford, Brüderstraße 32 

Bis vor Kurzen gab es in allen Kommunen des Kreises jeweils eine Ausgabe- und Registrierungsstelle – ab sofort wird es nur noch eine zentrale Anlaufstelle in Herford geben. Die Ausgabestelle in der Brüderstraße 32 in Herford liegt zentral in der Innenstadt und ist montags, mittwochs und donnerstags von 9  bis 15:30 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr besetzt. 

Berechtigte sollten nach Möglichkeit vorab einen Termin buchen, donnerstags von 13 bis 15 Uhr finden auch Ausgaben ohne Termin statt (Wartezeit einplanen). Zum Termin in der Brüderstraße 32 in Herford müssen der aktuelle Bewilligungsbescheid und ein Lichtbildausweis mitgebracht werden. Weitere Infos und das Terminbuchungsportal unter www.herford-solidaritaet.de oder zur Not per Telefon: 05221 – 88 98 100.   

Zusatzinformationen: 

Fördermittel sind auf das Jahr 2023 begrenzt – Hilfen stehen nur kurze Zeit zur Verfügung 

In Zeiten von steigenden Energie- und Lebensmittelkosten sind die Gelder aus dem Stärkungspaket eine große Hilfe. Das Projekt ist bis zum 31.12.2023 befristet. In dieser Zeit sollen so viele Hilfsangebote wie möglich und wie verfügbar an die Menschen im Kreis Herford weitergegeben werden. 

Zusätzliche Infos zum Stärkungspakt NRW – gemeinsam gegen Armut 

Das Land NRW hat im März dieses Jahres einen Hilfsfonds errichtet. Landesweit werden 150 Millionen Euro verteilt, von denen rund 1,4 Mio € auf den Kreis Herford entfallen. Neben Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, wie Träger der freien Wohlfahrtpflege mit ihren Beratungs- und Unterstützungsangeboten, sollen betroffene Bürger*innen mit geringen Einkommen und im Bezug von Transferleistungen gezielt mit Einzelfallhilfen entlastet werden. Denn die stark gestiegenen Lebensmittelpreise und erhöhten Energiekosten stellen vor allem Menschen mit geringem Einkommen vor große Herausforderungen.

Infos zur Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut:Die Stiftung wurde 1999 von Franz Schaible gegründet und ist eine selbstständige Stiftung bürgerlichen Rechts, sie wird getragen von Zustiftern, Spenden und Fördermitteln. In der Stiftungsversammlung, dem Kuratorium und Vorstand werden die Schwerpunkte der Arbeit entschieden. Die Stiftung setzt sich für solidarisches Handeln ein, leistet Hilfe zur Selbsthilfe und ermöglicht Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – trotz Armut. Zur Stiftung gehören ganz oder teilweise u.a. die: Solidargesellschaft mbH, GAB-Gesellschaften u.a. in Bielefeld und Berlin; Sozial-Aktien-Gesellschaft; BAS; Bielefelder Bauernhausmuseum sowie diverse Beratungsstellen, Projekte und Fonds.