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Verleihung vom Bielefelder Integrationspreis 2025 – am 20. November 2025

Leidenschaftlich engagiert – gegen Ausgrenzung und für Zusammenhalt Volles Haus im Bielefelder Rathaus. Rund 250 Gäste folgten der Einladung und feierten am 20.11.2025 im Ratssaal die Verleihung des diesjährigen Integrationspreises, bei dem insgesamt drei Preisträgerinnen für ihr besonderes Engagement ausgezeichnet werden. Grußworte sprachen Bielefelds Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer, Prof. Dr. Andreas Beaugrand, Vorstandsvorsitzender der Stiftung…

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Integrationspreis 2025 Gruppe

Leidenschaftlich engagiert – gegen Ausgrenzung und für Zusammenhalt

Volles Haus im Bielefelder Rathaus. Rund 250 Gäste folgten der Einladung und feierten am 20.11.2025 im Ratssaal die Verleihung des diesjährigen Integrationspreises, bei dem insgesamt drei Preisträgerinnen für ihr besonderes Engagement ausgezeichnet werden.

Grußworte sprachen Bielefelds Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer, Prof. Dr. Andreas Beaugrand, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut und Murisa Adilović, Vorsitzende des Integrationsrates. Moderator Timo Teichler führte durch den Abend, während die Musikerin Nadu musikalische und politische Impulse setzte. Der Bielefelder Integrationspreis wird seit 2015 durch die Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut, den Integrationsrat, und das Kommunale Integrationszentrum im Dezernat für Soziales und Integration verliehen und richtet sich insbesondere an zivilgesellschaftliche Akteurinnen, die mit kreativen Projekten, nachhaltigen Netzwerken
oder niedrigschwelligen Angeboten dazu beitragen, soziale Spaltungen zu überwinden und demokratische Werte im Alltag zu verankern.
Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ehrt die Preisträgerinnen für ihr Engagement zur Integration. Die diesjährigen Preisträgerinnen sind MediNetz Bielefeld als Gruppe unter dem AK Asyl e.V. und der AK Asyl selbst; Emine Gözen als Einzelperson und Gründerin der Initiative für Frieden und Hoffnung e.V. sowie die Bielefelder OMAS GEGEN RECHTS.

Die als Laudatorin geladene Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger machte deutlich, wofür die drei Preisträgerinnen an diesem Abend geehrt wurden: „Sie engagieren sich für ein friedliches Miteinander, für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und stehen auf gegen Ausgrenzung.“
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger richtete ihre Worte an die Preisträgerinnen und das Publikum im Saal und führte aus: „Sie alle stehen stellvertretend für eine lebendige 2 Zivilgesellschaft. Sie schauen nicht nur zu, wie sich das Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und politischer Überzeugung gestaltet. Sie bringen sich ein, damit Vielfalt gelebt werden kann. Und Sie sind wachsam gegen Feinde der offenen Gesellschaft.“

In ihrer Laudatio legte sie offen, was für das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft erforderlich ist: „Respekt, gegenseitiges Vertrauen, Zusammengehörigkeitsgefühl und gemeinsame Verantwortung. Die Integration von Zugewanderten soll Chancengleichheit und die tatsächliche Teilhabe in allen Bereichen ermöglichen, insbesondere am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben.“ Die Preisträgerinnen zeigen jeden Tag, dass Integration mit intensiver Arbeit aller
Beteiligten verbunden ist.

Lesen Sie hier, welche wertvolle und unverzichtbare Arbeit die einzelnen leisten:

Wofür steht das MediNetz Bielefeld und wofür AK Asyl und wofür werden sie ausgezeichnet?

Gesundheit ist ein Menschenrecht – viele Geflüchtete erhalten jedoch 3 Jahre lang
medizinisch nur eine Notfallversorgung oder fallen ganz aus der Versorgung
heraus. Um diesen Menschen einen angstund barrierefreien Zugang zum Gesundheitswesen zu ermöglichen, setzt sich MediNetz ein.
Das MediNetz Bielefeld besteht seit 2008 und arbeitet als ehrenamtliche
Arbeitsgruppe des Vereins AK Asyl Bielefeld e.V. und ist für Menschen ohne
Krankenversicherungen bzw. ohne geklärten Aufenthaltsstatus in
medizinischen Notlagen telefonisch ansprechbar und vermittelt an Ärzt*innen
verschiedener Fachrichtungen. Gemeinsames Ziel ist der Zugang zu
bedarfsgerechter medizinischer Versorgung für alle Menschen. Das MediNetz Bielefeld erhält den
Bielefelder Integrationspreis, da es mit einem niedrigschwelligen Angebot
Diskriminierung entgegentritt und Menschen mit eingeschränkter oder
fehlender Krankenversicherung in und um Bielefeld Zugang zu medizinischer
Versorgung ermöglicht. Mit dem Preisgeld kann das ausschließlich durch
Spenden finanzierte MediNetz Bielefeld die medizinische Behandlung weiterer
Geflüchteter in Bielefeld finanzieren.

Seit 2006 beraten und unterstützt der AK Asyl und MediNetz Geflüchtete in der
Region Bielefeld. Der Verein ist gemeinnützig und finanziert sich durch
Spenden und Fördergelder. Vor allem aber lebt er vom Engagement zahlreicher
ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen. Der AK Asyl ist ein im November 2006
gegründeter Verein. Trotz massiver Landeskürzungen ab 2024 und unsicheren Räumlichkeiten engagiert der Verein sich ehrenamtlich für Geflüchtete, um auf die Menschen aufmerksam zu machen, die derzeit entgegen der Humanität an den Rand gedrängt werden.

Wofür steht Emine Gözen und wofür wird sie ausgezeichnet?

Emine Gözen ist Vorstandsvorsitzende des Vereins Initiative Frieden und Hoffnung e. V. und die treibende Kraft hinter sämtlichen Projekten des Vereins.
Seit der Gründung im Jahr 2016 setzt sie mit unermüdlichem Engagement die Ziele
des Vereins sowohl in Bielefeld als auch in den Projektregionen im Nordirak und
in Nordostsyrien um. Sie hat ein breites Netzwerk aufgebaut, das
lokale Partnerinnen, medizinisches Personal, Pädagoginnen, Lehrkräfte und
zivilgesellschaftliche Akteur*innen umfasst.
In Deutschland engagiert sich Emine Gözen für Völkerverständigung, interkulturellen Dialog und politische Bildung. Emine Gözen verdient den Bielefelder Integrationspreis, weil ihr jahrzehntelanges Engagement in seiner
Tiefe und Selbstlosigkeit besonders herausragt.
Ihr Engagement ist eine Brücke der Menschlichkeit und ein Zeichen der
Hoffnung für viele Menschen in Bielefeld.

Wofür stehen die OMAS GEGEN RECHTS Bielefeld und wofür werden sie
ausgezeichnet?

OMAS GEGEN RECHTS ist eine zivilgesellschaftliche überparteiliche
Initiative, die sich in den politischen Diskurs einmischt. Es geht um die
Erhaltung der sozialen Standards, die von Eltern und Großeltern zum Teil bitter
erkämpft wurden. Die OMAS GEGEN RECHTS engagieren
sich heute für die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Sie setzen sich
für eine demokratische, rechtsstaatlich organisierte, freie Gesellschaft ein. Sie
sind gegen Ausgrenzung, Diskriminierung Rassismus und Sozialabbau. Sie machen Missstände in Politik und Gesellschaft mit geeigneten Methoden öffentlich.

Dem Publikum wurden in filmischen Portraits eindrucksvolle Einblicke in die Arbeit der Preisträger*innen ermöglicht. Der Verein KSC Bosna i Hercegovina e. V. sorgte kulinarisch dafür, dass alle gemeinsam feiern und den Abend bei angeregten Gesprächen ausklingen lassen konnten.
Bis zum nächsten Integrationspreis werden weiter Tag für Tag Beiträge zur Integration geleistet, die da gelingt, so hält Bielefelds Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer in ihrer Ansprache an das Publikum fest, „wo Menschen sich begegnen, einander zuhören und Brücken bauen. Und sie braucht genau das, was das diesjährige Motto so treffend beschreibt: Leidenschaftliches Engagement – gegen Ausgrenzung und für Zusammenhalt.